Zuhause in einer Gammel-Wohnung
11. August 2020

Nur ein billiges Hotelzimmer

Wenn ich nur eine eigene Wohnung fände! Schlüssel umdrehen und Ruhe. Ich könnte Freunde einladen, für sie kochen, Bilder malen. Stattdessen wohne ich in einem billigen Hotelzimmer ohne Küche. Das Essen im Restaurant kann ich mir nicht leisten. Es wird geklaut und gedealt, die Sanitäranlagen sind schmutzig. Ich hasse es.

Während Corona habe ich meinen Temporärjob als Küchengehilfe verloren. Bei der Arbeit habe ich mich voll eingesetzt, habe gerne und viel gearbeitet. Doch statt der versprochenen Festanstellung folgte die Entlassung. Nun stehe ich ohne Job da. Das Geld wird knapp. Die Betreibungen häufen sich.

Werde ich ein Leben lang in Hotelzimmern wohnen?

Ich habe mich bei der Beratungsstelle für Wohnungssuchende HOPE Baden gemeldet. Die 60 Franken für eine Beratungsstunde konnte ich nicht bezahlen, jedoch den Mindestbetrag von 5 Franken. Die Beraterin half mir, ein Bewerbungsdossier mit Foto zusammenzustellen. Nun suche ich schon über drei Monate. Bis jetzt bekam ich nur Absagen. Obwohl ich vom RAV Geld bekomme, bin ich für die Verwaltungen ein zu unsicherer Faktor: Keine Arbeit, viele Betreibungen, d.h. instabiler Kandidat. Im Moment habe ich keine Kraft, weiterzusuchen, vielleicht später.

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